Dienstag, 5. Februar 2008

anfang vom ende

in zweierlei hinsicht: erstens sind wie schon so oft versprochen die tage dieses blogs gezählt, existiert nun der ihm zugrunde liegende tatbestand der inlandabwesenheit nicht mehr. zweitens kommt der abschlussbericht in etappen. sonst liests ja keiner:

häppchen eins also – reintegration

geglückt, ums auf den punkt zu bringen. meiner theorie zufolge liegt es daran, dass ich nicht zur kategorie eins der erasmusstudenten zähle. es gibt nämlich zwei sorten*. die vorher-beziehungs-beender und die fuß-in-der-tür-lasser. letztere haben es mit der reintegration nämlich null schwer. böse ausgedrückt waren sie nie wirklich weg. also weg war ich schon. das ding ist nur, man muss sich entscheiden. das ist schwarz-weiß. entweder oder. dazwischen geht nicht. knüller oder falter. will man die höchstmögliche integration in sein gastland, dessen vorsilbe man letztendlich in heimat- umwandeln könnte, oder in die campus-community dann nimmt man keine webcam mit, sicherheitshalber verzichtet man ganz auf internet. weblog fällt auch aus. bin ich also schon mal raus. ebenso die pärchen-hälften, deren aufenthalt determiniert wird von den im voraus gebuchten flügen von schatz her und zu schatz hin. sie sind zweck-mittel-denker. der zweck heißt lebenslauf. oder geht-nicht-anders. man freut sich bei der abfahrt schon aufs wiederkommen. auch während der einsamen heimwehabende. das geht nur ein semester lang. das nutzt er aber auch, obwohl zum lernen nicht viel zeit bleibt, weil er immerzu skypen muss. er kennt die touristischen highlights, kann aber nicht mehr als danke, tschüss und scheiße sagen. er feiert keinen abschied bevor er das land verlässt - er plant eine willkommensparty daheim. er bleibt vom post-erasmus-syndrom verschont und vom kulturschock zu hause, die nächsten erasmuspartys an der eigenen uni werden ihn so kalt lassen, wie vorher schon. einen tag nach seiner rückkehr wird er tief dankbar und pudelwohl über das schlechte mensaessen meckern. alles wie gehabt. keinerlei überraschungen, er war ja stets im bilde, hatte den fuß ja nie aus der tür genommen...


typus eins folgt...

* grob sortiert. subkategorien überlass ich den erfahrenen kommentatoren oder anderen fachportalen.
ansonsten ist das echt schwarz weiß. a oder b. da muss dann nicht alles so stimmen, aber man kann nur einer gruppe angehören.
1436 hingucker

Mittwoch, 30. Januar 2008

nachschlag

wo bleibtn jetze ma diese posterasmusdepression??!!
1099 hingucker

Kein Lob, Hasen!

Til Schweigers Film Keinohrhasen gesehen, wenig begeistert:

Nun kam ich also aus der audiovisuell stark determinierten Ferne wieder nach Hause und wie von einem Virus getrieben nutzte ich zu hundert Prozent das Cineasta Angebot der letzten Woche. Gute Ausbeute. Zwei gute Filme.
Ich fühlte mich bereit für den deutschen Markt, der mich vor einigen Stunden und vor allem für einige Stunden das Fürchten lehrte! Zwei Stunden Keinohrhasen, die man gerne auch um die Hälfte hätte kürzen können, dann wären aber all die schönen Kalauer und Lebensweisheiten, die Herr Schweiger in seinem Leben gesammelt zu haben schien und an denen er uns unbedingt teilhaben lassen musste, vorenthalten geblieben. Um all seine vielen l(i)ebensphilosophischen, das eine geht nämlich nicht ohne das andere, so eine seiner Metathesen, und dabei darf man gerne zwischen körperlicher und nicht körperlicher Liebe trennen, so hat er, so dünkt es, einen Film um diese herum geschrieben. Die ein oder andere spritzige Idee hat bestimmt auch eines seiner telentierten Kinder beigetragen, die alle im Film mitwirkten (aber alle rechtmäßig gecastet). Vielleicht hat die kleine Emma Schweiger(Cheyenne-Blue) sich ihren ollen sechziger Jahre Puppenwagen selbst ausgesucht, rannte an all den schönen, bunten und rosafarbenen vorbei, raus aus dem Laden zum Antik-Sperrmüll-Stapel, und Öko-Bio-Alternativ-Vati fiands dufte, wirbelt nun seine Kleine in sechzehn Kameraeinstellungen im fast sepiafarbenen Rapsfeld-Sonnenuntergang-Gegenlicht durch die flirrende Slow Motion Luft. Dazu spielt aber immer schön die Musi auf. Stille scheint ins Schweigersche Lebensgefühl nicht zu gehören. Man wünschte sich keine Ohren. Oder keine Augen. Denn gut war die Musik. Das war das Schlimme. Werde ich jemals wieder zu Blockparty tanzen können ohne den nervigtötend romantischen Schweiger-Tschirner-Reigen? Ein Anschlag auf den guten Sound! Aber klar, seine Musik musste uns der Regisseur-Hauptdarsteller-Produzent-und-Drehbuchautor gleich mit vermitteln. Und als Drehbuchautor muss er auch in jeglichen Filmförderungen gesessen haben, denn dieses Buch zu fördern lässt auf schlechte Aussichten für deutsches Kino schließen. Warum sitzt denn Frau Alternativ-Kindergärtnerin Anna (Nora Tschirner), die scheinbar die in einsamer, unberührter Natur Berlins gelegene, riesige, frei von Konservierungsstoffen verfallende Kinderhort-Villa mit ihrer nymphomanischen Co-Erzieherin besitzt und leitet, im Nobel-Restaurant und lauscht den sexuellen Eskapaden eben dieser? Na damit sie schon mal vorab mit ihrem Zukünftigen in einem Raum sitzen kann? Weil man das lustig schneiden kann und der Multi-Künstler Schweiger schon immer mal die Idee hatte, zwei Begegnungen ganz crazy unabhängig in einer Location anzusiedeln. Und die spritzige niedagewesene Idee mit dem Vergleich Sardellenpizza und Miriams (Alwara Höfels) Männersammelsurium kam da auch gleich prima unter, dass man nämlich hinterher immer wieder feststellt, dass die ekelhaft war(en), nur muss man ersterer hinterher nicht sagen, dass sie schmeckte. Achtung! Lebensweisheit. Danke. Und warum erscheint Anna auf dem roten Teppich der Filmpreisverleihung in ihrer grauen Lieblings Strick-Katzen-Jacke und Öko-Dutt, als hätte Jürgen Vogel (Jürgen Vogel), dessen Begleitung sie sein durfte, sie grade vom Kinderhort abgeholt, während sie aber ohne Unterhose zu einem Date gehen kann? Nun, wahrscheinlich hätte sich der Frotteestoff so unschön unter ihrem Seiden-Schleier-Mini-Kleidchen abgezeichnet.
Aber der Film hatte auch gutes. Matthias Schweighöfer zum Beispiel. Und Jürgen Vogel. Auch der Beginn des Films. Die ersten zehn bis fünfzehn Minuten ließen viel erwarten. Viel Lachen. Das einem aber bald im Halse stecken blieb vor platten Poesiealbumsprüchen und überzogener Schlagfertigkeit. Auch die Bilder waren wunderschön (Kamera: Christof Wahl). Und wie gesagt, der Soundtrack.
Zum vorzeitigen Verlassen des Kinos hat es aber nicht gereicht, zu sehr hoffte ich, dass Schweiger auf dem Weg zum finalen Liebesgeständnis auf der Bühne vor all den Kindern und Annas Neuem und Anna selbst durch den strömenden Regen rennt, sein gut sitzender Anzug an seinem athletischen Körper klebt, der uns während der unzähligen Sexszenen des Films ja nicht oft genug präsentiert wurde. So wie auch der von Frau Tschirner, der unbedingt in gänzlicher Nackheit über uns hereinbrach. Und wie könnte das mehr sexy geschehen als geräuschintensiv urinierend auf einer Toilette sitzend?
Ein interessanter Stein des Anstoßes waren eben diese reichlichen Sexszenen, die schon bei der Erstbewertung durch die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) führte und nach der Freigabe ab 6 Jahren zu erheblichen Protesten seitens der Eltern. Am 31.1.0 wird nun die FSK in einem Appellationsverfahren erneut entscheiden.
Vielleicht hätte man sich vorher überlegen sollen, wie wichtig es ist, einen sexuellen Leitfaden in eine familientaugliche Romatik-Komödie zu integrieren. Oder anders herum. Aber es passt zum undurchdacht wirkenden Rest des Films.
Schade. Erst mal keine Til Schweiger mehr.
2373 hingucker

Samstag, 26. Januar 2008

käfer für stockholm, filmfestival in göteborg

die schwedischen 'oscars' wuden verliehen. sie heißen dazulande GULDBAGGE, was mit ein wenig englisch- und deutschkenntnissen nicht schwer als GOLDKÄFER zu erkennen ist.
am 21. Januar wurden in stockholm die schwedischen filme des jahres 2007 ausgezeichnet.

außerdem startete gestern das größte filmfestival in skandinavien GÖTEBORG INTERNATIONAL FILMFESTIVAL . es ist das 31. und läuft noch bis zum 4.februar.
1231 hingucker

Donnerstag, 24. Januar 2008

sundance film festival

eines der fettesten festivals ist seit letztem wochende am laufen. liebe cineasten, unbedingt einen blick nach utah werfen, die tage.
noch bis zum 27.01. läuft das spektakel und für gewöhnlich bringt sundance abgefahrene filme ans licht..
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Mittwoch, 23. Januar 2008

eingetrudelt

...und inzwischen auch wieder internet. heißt, endlich wieder bloggen, ach wie ich es nicht erwarten konnte.

nummer eins: danke für den großen bahnhof, kinder!
nummer zwei: schweden fehlt mir
nummer drei: war nicht anders zu erwarten
nummer vier: trier rockt
nummer fünf: busfahren fetzt
nummer sechs: im zimmer noch chaos
nummer sieben: um fünf noch hell!!!
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Mittwoch, 16. Januar 2008

noch drei tage

..
was gibts montag inner mensa?? bevorzuge stammessen. wer kommt mit?
und samstag abend? was bietet trier an homecomingpartymöglichkeiten?? locals, help me reintegrating!
1024 hingucker

Montag, 14. Januar 2008

sentimentalitätenkiste

fragen und so. der ganze erasmus auslands firlefanz haut ja doch schon rein. is ja auch nicht so, dass man damit nicht gerechnet hätte, dass da was losgeht, wenn man ein halbes jahr weg ist. viel allein, zeug erkunden, eine komische sprache sprechen, in der einen zunächst keiner versteht und auf die einem genervte ureinwohner auf routine allerweltsenglisch mitleidig lächelnd antworten. oder einem freudig eigensprachig fließend viel zu schnell und locker flockig umgangsslangend antwortschwallend entgegenkommen und man noch nicht einmal mit seinem vermeintlichen allereuropasenglisch mithalten kann und das gespräch einmal mehr versiegt, weil der eingeborene nicht betrunken genug oder mein interesse am richtigen gin und tonic mischverhältnis nicht hoch genug oder seines an deutschen stammel austausch studentinnen zu klein ist oder weil die pause vorbei ist oder die ampel grün und nun jeder seiner wege geht um später n gruß auf die facebook wall zu posten. oder alle verstünden sich prima, könnten sie dieselbe sprache sprechen und hätten sie nicht innerliche und äußerliche kopfschmerzen vom fremdsein.
oder bedienten sich nicht so viele klischees von selber weil sie sich selbst erfüllen oder sie einfach zu erfüllen sind, man faul wird sie zu widerlegen, zu erkunden oder es einfach egal ist. am ende bleiben die unter sich. die einheimischen und die andern. die andern auch gerne unter ihresgleichen. nicht alle. aber viele und oft. ist manchmal einfacher. weggehen würde man trotzdem immerwieder. würde man es anders machen? würde man etwas anders machen? könnte man es oder zumindest etwas anders machen? selbst wenn man wüsste, dass man hinterher dinge zu beanstanden hat? dinge in frage der beanstandung stellt? oder menschen? oder sich selbst? spelar det någon roll? würde man es wieder machen wenn man um die abschiedstränen gewusst hätte? hat man ja. würde man sich sagen hören. stimmte auch. macht man ja nicht das erste mal. und auch nicht das letzte. es zerreißt mich. und platzen möchte man auch. ist das eigentlich dasselbe?
finanziell wieder mal ruiniert. auch das war schon mal und wird wieder kommen. noch ein wegweiser mehr auf dem fernweh steht oder heimweh von wo auch immer man es betrachtet und wie auch immer man die präfixe definiert. und ein paar namen mehr auf der freundeliste ein paar hundert gruppenfotolächeln mehr oder nur reproduziert oder imitiert, gewollt oder gekonnt, manchmal beides, inklusive der doppelt und zehnfachauslöser, damit keiner böse ist hinterher. da fallen mir die ersten namen schon nicht mehr ein, vielleicht wusste ich sie nie, nach und nach wird man aus anderer leute erinnerungen gelöscht vor deren fotoapparaten man sowieso nie stand oder stehen wollte. man erinnert sich an dinge die es nie gab, weil sie auf dem foto sp rüber kamen oder beim zehnten mal der geschichtenerzählung man nicht mehr sicher weiß ob man sie die vorletzte pointe beim letzten mal erzählen dazugedacht hat, weil die zuhörende runde eher so mäßig war und man ihr was gutes tun wollte.
und man denkt sich um kopf und kragen wie groß das alles war und wie krass. war es auch. und man freut sich ja trotzdem auf zu hause wo alles so zu sein zu werden scheint wie man es da liegen ließ. vor sechs monaten. ein kreisverkehr mehr oder eine brücke weniger macht ja noch keinen sommer. muss man das jetz noch fünf tage mitmachen diese abschiednehmerei, dieses sentimentale heimkehrgesülze? oder geht man mal besser zur tagesordnung über, vollbringt die nächsten letzten tage und nächte mit abschiedspartys, mal wieder, ertränkt die abschiedssentimentalitäten mit gleichbesinnten besinnungslos in schlecht gemischtem gin tonic oder in vodka o oder k, der vodka muss ja noch weg, die taschen zu voll und zu schwer sonst, und erst die herzen. runter damit. zigarette hinterher. an snus haben wir uns nie gewöhnt. wo weit reichte die assimilation nicht. snus haben immer nur die schweden, sagte der schwede neulich richtig. und ging traurig davon. aber bald kommt das rauchverbot dann versuchts mal mit absolutoraltabak , was absolut ist ist kult, auf schwedisches zeug steht man hier. vielleicht kauf ich noch eins als souvenir. eines von vielen. die meisten kann man eh nicht kaufen. dafür verstauben sie auch nicht. verblassen nur. unbemerkt.
morgen erstes abschiedsdinner. der vodka friert auch schon. feiern ist gut. nich so viel alleine rumsitzen. is ja nichts mehr zu tun hier. außer fahrrad verkaufen. und abschiednehmen. fünf tage lang. dann lieber feiern und letzte organisationspanik als grund zum aus dem bett in die tagesdämmerung aufzustehen. hab ja noch dreiundzwanzig busstunden zum abschiedsdenken und taschentücherrestevernichten oder zum schlafen.
ach ja schlafen..
1170 hingucker

Sonntag, 13. Januar 2008

fuenf tage

keine panik vor der abreise.










denxte!
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