Freitag, 18. Mai 2007

Nationales Internet

- Warum ich die schwedischen Webseiten nicht mag.

Mein Schwedisch ist inzwischen fortgeschritten und ich kann den Inhalt von Zeitungsartikeln grob erfassen, in hellen Stunden gelingt es mir sogar, komplette Artikel zu verstehen. An mangelndem Sprachverständnis kann es also nicht liegen, dass ich die schwedischen Nachrichten-Websites nicht mag.
Einer Untersuchung des wissenschaftlichen Referats von Blockholm zufolge, gibt es nationale Unterschiede in der Gestaltung von deutschen und schwedischen Internetseiten. Gegenstand der vergleichenden Analyse waren Nachrichtenseiten wie Dagens Nyheter, Göteborgs Posten, Sveriges Television, Sveriges Radio gegen die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, Tagesschau und Deutschlandradio. Nach meinem Kenntnisstand sind diese Medien vom Qualitätsniveau her durchaus vergleichbar. Es gelang mir festzustellen, dass die Schweden drei bis vier Spalten haben, wo deutsche Seiten mit entspannten zwei bis drei Spalten hinkommen. Vor allem aber sind die schwedischen Seiten anstrengend und unübersichtlich wegen ihrer ambivalenten Schriftgestaltung. Auf Dagens Nyheter haben die ersten Überschriften alle verschiedene Schriftgrößen. Schlimmer sind aber die überflüssigen visuellen Spielereien der Werbeanzeigen. Die deutschen Seiten strahlen fast meditative Ruhe aus gegen die krawalligen Pling-Pling Seiten der Skandinavier.
Finde ich das Klischee der aufgeräumten Deutschen hier wieder? Oder legen unsere Nachrichten-Schreiber mehr Wert auf optische Ruhe zur Konzentrationssteigerung beim Nachrichtenlesen? Oder sind die Werbebotschafter auf deutschen Seiten subtiler? Ich werde es im Auge behalten.. Jag ska ta mig en titt på det..

sueddeutsche vs. dagens nyheter
Süddeutsche.de vs. Dagens Nyheter
Wer sieht durch?
1299 hingucker

Dienstag, 15. Mai 2007

Für mehr Buchstaben – ISO bestätigt DIN

buchstaben ß und åEs wird die Zeitkommen, da wird das Ü meiner Tastatur durch ein wohliges Å ersetzt werden. Ös und Äs schreiben die Schweden auch, nur mit dem Ü können sie nichts anfangen. Dafür gibts dann das å. (Weil es immer mal wieder Nachfragen gibt: das Ø ist dänisch, genauso wie Smørebrød!)
Und vielleicht werde ich beim Zurückkommen nach Deutschland nicht nur mein Ü wiederbekommen, sondern direkt einen neuen Buchstaben dazu: das große ß, das große SZ. Welch Überleitung zur Quelle: wie die Süddeutsche Zeitung heute schreibt, scheint es nach 120 Jahren nun voran zu gehen und „binnen Jahresfrist“ könnte dem Deutschen Institut für Normung (DIN) die Festschreibung des versalen Eszett gelingen!
Fragt sich, ob dann wieder Schulbücher umgestaltet werden. Oder Zeitungsredaktionen schimpfen. Und wohin mit dem Fragezeichen? Wird man der anachronistischen Caps-Lock Taste damit ein Ende setzen?
Fügen wir dann endlich das Eszett ins Albhabet ein? Hören wir unsere Kinder mal auf 27 Buchstaben ab und wachen auf, wenn die unrythmische Stelle kommt „R..S..ß..T..“? Und machen wir gleich Nägel mit Köpfen und werfen die Umlaute auch mit rein. Das gäbe eine leicht zu merkende Anzahl an Buchstaben. Die Schweden haben konsequenterweise auch ihre Umlaute ins Alphabet integriert, was dem Schwedisch-Anfänger immer dann klar wird, wenn er stundenlang die Å-Wörter beim Buchstaben A sucht, bis auf dem Brett vorm Kopf das Ende aufleuchtet: …XYZÅÄÖ.
509 hingucker

Sonntag, 13. Mai 2007

hej

nun, dann sag ich mal hallo und bin gespannt auf allerlei hohn und spott bzgl. meiner bisherigen aversion gegen alles, was sich so blog nannte.

apropos hohn und spott: in alter, schlechter wortspieltradition ist mein grandioses titel-wortspiel kein zu unterschätzendes selbstdarstellungsanliegen. nur besteht ein blog kaum nur aus seinem titel, also werd ich sehen, was ich tun kann demnächst.
1345 hingucker

Samstag, 12. Mai 2007

nicht noch ein mewi-blog!

doch!
inzwischen halte ich mich nämlich für wichtig genug mitzumachen hier im selbstdarstellungswahn.
hab ja auch allen grund:
mein erasmusplatz am filmhuset in stockholm ist basis für dieses weblog, dass ich des öfteren aus dusseligkeit aber oft auch von ganzem herzen diesen blog nennen werde.

wie lange ich das durchhalte, ist durchaus fraglich!
die layouterei war ja noch nett, ob ich die ausdauer im regelmäßigen absondern habe, werde ich sehen.

apropos absondern: weil stockholm so weit weg ist, bietet sich hier eine vortreffliche kontakterhaltungsinstanz und kettenmailersparnis. der weniger persönlich bekannte leser darf mal schauen, wie das so ist, mit erasmus und stockholm. mal sehen, wie gut ich bin, die vielen themenfremden inhalte darauf runterzubrechen..

in diesem sinne:
välkomna till min blog.
1256 hingucker

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